GORE 2022

Im Verlauf der letzten Woche fand die GORE, das German Open Replacement Event statt. Aufgrund der aktuellen Lage war es in diesem Jahr erneut nicht möglich, eine richtige German Open durchzuführen. Stattdessen gab es mehrere kleine Events für die einzelnen Ligen. GORE, das Ersatzevent für die Humanoid- und Standard Platform League, fand dabei in Hamburg in der Handelskammer statt.

Für uns war dieses Event aus vielerlei Hinsicht interessant. Zuerst war dies das erste Turnier seit über 2 Jahren, das in Präsenz stattfinden konnte. Damit war die letzte Woche auch der erste Versuch in 2 Jahren, unsere Software unter Wettkampfbedingungen zu testen. Mit vielen Hardwareänderungen und unserem Umstieg auf ROS2 war es zunächst gar nicht so leicht, überhaupt irgendetwas zum Laufen zu bekommen. Da sich aber leider ohnehin nicht genügend Humanoid Teams angemeldet hatten, um ein richtigesTurnier durchzuführen, hatten wir mehr als genügend Zeit, unsere Probleme zu beheben. Nach den 3 Setup Tagen hatten wir also bereits das Laufen, Aufstehen, Schießen, sowie die Objekterkennung integriert. Das einzige Problem bestand nun darin, alle diese Komponenten auch gleichzeitig nutzen zu können. Denn mit dem Umstieg auf ROS2 ist das Senden und Empfangen von Nachrichten plötzlich wesentlich rechenintensiver geworden. Um überhaupt spielen zu können, haben wir entschieden, vorübergehend die Anzahl der versendeten Nachrichten zu verringern und werden in den nächsten Tagen nach einer Lösung für dieses Problem suchen.

GORE war für viele unserer neueren Teammitglieder auch die erste Möglichkeit, die Abläufe eines Wettkampfes kennenzulernen. Damit sind wir nun perfekt darauf vorbereitet, in Bangkok gemeinsam den Weltmeistertitel zu holen. Auch unsere Schiedsrichter konnten in der letzten Woche bereits etwas Übung sammeln, als wir spontan ein Spiel für die SPL pfeifen sollten. Da sich die Regeln zwischen den beiden Ligen in vielen Punkten stark unterscheiden (in der SPL gibt es beispielsweise keine gelben und roten Karten), war das gar nicht so einfach, aber ich glaube, wir haben uns ganz gut geschlagen.

Am Samstag war es dann Zeit, unser Können in einem Demonstrationsspiel gegen die NAO Devils zu beweisen. Dabei ging es in diesem Spiel nicht nur um den Wettstreit zwischen Humanoid League und SPL, sondern auch um den Wettstreit Mensch gegen Maschine. Denn: Unser Roboter wurde von einem Teammitglied ferngesteuert. Damit wollten wir zeigen, auf welchem Stand sich der Roboterfußball auf dem Weg zum autonomen Spiel momentan befindet. Das Ziel des RoboCup ist es nämlich, bis 2050 den menschlichen Fußballweltmeister zu besiegen. Da es bei der momentanen Robotergröße noch keinen Sinn ergeben würde, einen echten Menschen gegen sie spielen zu lassen, konnten wir uns auf diese Weise einen Vergleich erschaffen. Man könnte den 2:0 Sieg der NAO Devils jetzt darauf schieben, dass unsere Hardware schon zu Beginn des Spiels etwas lädiert war, oder darauf, dass die Devils in der Überzahl waren, Fakt bleibt jedoch: Die Roboter haben gegen den Menschen gewonnen. Und damit sind wir unserem Ziel schon verdammt nahe.

Neben dem Turnier der SPL (In dem Team B-Human in einem spannenden Finalspiel gegen HTWK Leipzig den ersten Platz erringen konnte) wurden auf der GORE am Sonntag auch die Finalspiele der Humanoid League Virtual Season ausgetragen. Nach zwei relativ ereignislosen Halbfinalspielen zogen wir ins Finale ein und mussten dort gegen die CIT Brains antreten. Etwas Respekt hatten wir schon vor diesem Spiel, denn in den letzten Wochen konnten wir bereits mehrfach beobachten, wie gut die Software der CIT Brains funktioniert und vielen Gegnern echte Probleme bereitet hat. Wir wussten aus unserer letzten Begegnung gegen das Team aber auch, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. In der ersten Halbzeit sah es auch sehr gut aus für uns, und wir konnten 2:1 in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit konnten die CIT Brains drei weitere Treffer erzielen und so mit einem verdienten 4:2 den Sieg erringen. Wir gratulieren zu diesem verdienten Sieg und freuen uns sehr über unseren zweiten Platz!

Nicht zuletzt war diese Woche auch deswegen etwas besonderes für uns, da zwei unserer Teammitglieder maßgeblich an der Organisation dieses Events mitgewirkt haben. Dass trotz unserer begrenzten Erfahrung in der Eventplanung alles so reibungslos abgelaufen ist und wir Teams und Zuschauern einige aufregende Tage bescheren konnten freut uns sehr! An dieser Stelle wollen wir uns auch noch einmal herzlich bei Arne (NAO Devils) und Patrick (HULKs) bedanken, die gefühlt jeweils noch mal mindestens doppelt so viel Arbeit wie wir beide zusammen in die Orga gesteckt haben und ohne die ein solches Event nicht möglich gewesen wäre. Danke dafür!

Ab heute geht dann der reguläre Betrieb bei uns im Labor weiter. Wir konnten vieles aus der letzten Woche lernen und nutzen diese Erkenntnisse nun, um die letzten Vorbereitungen für die WM zu treffen.

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