Wir spielen Fussball

Ok, zugegeben das klingt nicht wie eine bahnbrechende Neuigkeit, aber dieses mal haben unsere Roboter Pause.

BitBots against the Machine
Aber der Reihe nach: Wie schon geschrieben haben gibt es hier noch andere Ligen, eine davon ist die Mid-Size League. Auch dort wird Fußball gespielt, allerdings anders als bei uns mit speziell für den Fußball konstruierten Robotern auf Rollen.
Da diese sich nicht mit den naturgegebenen Konstruktionsfehlern des Menschen aufhalten müssen, rasen sie mit hohem Tempo über das Feld und können auch mit ordentlich Kraft schießen.
Durch diese völlig unterschiedliche Problemstellung forschen die Mid-Sized Teams bereits an einigen Dingen, die auf uns erst zukommen sobald unsere Roboter noch einige hundert mal das Laufen neu entdeckt haben. Um so mehr haben wir uns gefreut als uns einige Mitglieder von Iranischen MRL-Team aus der Mid-Sized League zu einem Austausch der besonderen Art einluden.

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In der Mid-Size League waren nur zwei Teams angemeldet, von denen nur das MRL Team auch antrat, denn das Andere hatte, wie uns erzählt wurde, keine Ausreiseerlaubnis in ihrem Land bekommen. So blieb genügend Zeit dass wir ein mal gegen die Roboter von MRL antreten konnten. Für unsere Roboter selbst wäre das viel zu gefährlich, aber bei den Menschen aus unserer AG sieht das natürlich anders aus (dafür hat man ja den Auslandsreisekrankenschutz…) und so traten kurzerhand vier unserer Teammitglieder gegen vier Roboter aus der Mid-Size League an.

Nach einem spannenden Spiel, in dem wir zum einen feststellen konnten, dass die mid-size Roboter doch durchaus hoch schießen können und ein auf „nur“ 40km/h beschleunigter Ball schneller ist als es klingt, haben wir mit 1:0 gewonnen. Fairerweise muss man sagen: Die Mid-Sized Roboter waren zuvor in ihrer Leistung gedrosselt worden – um die Verletzungsgefahr zu reduzieren.

Auch die Fumanoids haben sich zusammen mit dem MRL-Team der Kid-Size jeweils in ihre Hardware hinein versetzt und traten gegeneinander an, wobei sie, zur großen Erheiterung aller Umstehenden, vom Chef des lokalen Technical Comitee bis zum Zuschauerkind, den Spielstil ihrer eigenen Roboter imitierten. Völkerverständigung kann so einfach sein.

Endergebnis der IranOpen

In einem spannenden Spiel wurde der Sieger der Humanoid Kid-Size zwischen den Fumanoids aus Berlin und Parand aus dem Iran ausgespielt. Die größte Chance der ersten Halbzeit hatten die Fumanoids als der Ball auf der Torlinie lag. Leider beschloss dann der Fumanoid Roboter den Ball wieder aus dem Torraum hinauszubefördern anstatt das Tor zu machen. Am Ende der ersten Halbzeit gelang Parand dann der Führungstreffer, der auch in der nicht minder spannenden zweiten Halbzeit nicht ausgeglichen wurde. Somit hat Parand die IranOpen gewonnen, die Fumanoids belegen den zweiten Platz, während wir im kleinen Finale vorher den dritten Platz errungen hatten.

Alle Teams haben im Laufe der IranOpen große Fortschritte gemacht und werden vermutlich in Kürze in Magdeburg bei den GermanOpen oder im Sommer bei der WM in Hefei (China) aufeinandertreffen. Sonntag früh geht es dann für uns wieder zurück nach Hamburg.

 

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Kleines Finale der Iran Open gewonnen!

Spannung pur. Unser Puls ist noch irgendwo im ungesunden Bereich. Nachdem wir gestern knapp im Halbfinale gegen die Fumanoids mit 0:1 verloren hatten, standen wir heute im kleinen Finale MRL gegenüber. Den dritten Platz und damit unser bestes Abschneiden bei den IranOpen vor Augen war die innere Aufregung schon vor dem Spiel groß. Da es nach der regulären Spielzeit 0:0 stand, kam es zum Elfmeterschießen. Tamara verwandelte gleich den ersten Schuss und wir führten 1:0. Der Schuss von MRL ging dann daneben, genauso der zweite Versuch beider Teams. Im dritten war Tamara wieder erfolgreich und nach folgenden erfolglosen Versuchen war nach dem vierten Durchgang klar: Wir haben mit 2:0 gewonnen!

Jetzt drücken wir noch den FUmanoids für das große Finale die Daumen.

Halbfinale!

Das war spannend – in einem harten Spiel gegen Parand (Iran) stand unsere Verteidigung wie eine Eins. (Fast) jeder Versuch der angriffsstarken und doppelt so großen Roboter endete an den Füßen unserer Abwehrspieler. Besonders Fiona tat sich stark hervor und verhinderte ein eigentlich ganz klares Tor. Das Spiel endete denkbar knapp mit 0:1 in der Nachspielzeit.

Als Gruppendritter stehen wir nun um 15:30 Uhr deutscher Zeit im zweiten Halbfinale den FUmanoids aus Berlin gegenüber. Drückt uns die Daumen!

Das große und kleine Finale finden dann morgen statt.

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Was hier sonst noch los ist

Auch wenn wir vor allem von unserer Liga berichten, gibt es bei den Iran Open natürlich noch viel mehr zu sehen.

Rescue League

Hier sieht man den Übungsaufbau für die Rettungsroboter. Hier gilt es vor allem schwieriges Gelände zu überwinden.

Neben der Humanoid Kid-Size League gibt es auch die Teen- und die Adult-Size League. Ebenfalls im Fußballspiel messen sich die Teams der Standard Platform League (SPL), welche ausschließlich die Software schreiben und ihre Hardware nicht verändern dürfen.

Wenig ist manchmal viel

Iranische Schüler demonstrieren, dass ein erster Einstieg in die Robotik auch ohne teure Hardware möglich ist, wenn man genügend motiviert ist.

Bei der RoboCup@Home-Liga stellen Serviceroboter ihre Fähigkeiten unter Beweis und bei der Rescue Robot League kann man Rettungsroboter beobachten, sofern man sich die etwas wackelige Tribünenkonstruktion hinauf wagt.

Live-Streaming der Junior-Spiele

Auch im Iran gibt es, genau wie in Deutschland, eine Small-Sized League für Schüler. Um diese Spiele dem Publikum besser zugänglich zu machen werden sie (anders als in Deutschland) auf großen Leinwänden live übertragen.

Den definitiv größten Anteil stellen verschiedene Juniorteams. Besonders spannend sind hier die vielen Projekte verschiedener Schülergruppen. Von einem selbstgebauten Paintballmarkierer bis zum Übersetzer, der das Tafelbild eines Smartboards in Brailleschrift umwandelt, ist alles was man sich vorstellen kann vorhanden. Informatikunterricht wird hier an den Schulen sehr gefördert, während er in Deutschland auf politischer Ebene leider oft als besserer Schreibmaschinenkurs und somit als unnötig betrachtet wird.

Spielrückblick

Wir haben unsere Spiele für heute gespielt. Zum ersten Spiel konnte das gegnerische Team Amitis leider nicht antreten. Das Technical Comitee konnte sie jedoch telefonisch erreichen und sie versprachen am Turnier noch teil zu nehmen. Deshalb wurden sie nicht disqualifiziert und wir spielten regelkonform gegen ein leeres Tor.

Leider passierte auch unsererseits nicht viel – unsere Roboter haben aufgrund von Lichtreflektionen ihre eigene Schulter als Ball erkannt. Grund ist eine Regeländerung: Erstmals wird mit einem Ball gespielt der „mindestens“ 50% weiß sein muss, ansonsten aber wesentlich weniger homogen aussieht als der zuletzt verwendete orange Ball.
Auf der positiven Seite: Wir haben kein Eigentor kassiert und das Laufen auf dem ebenfalls erstmals eingesetzten Kunstrasen funktioniert (auch wenn dieser zugegebenermaßen extrem kurz und damit für einen Rasen vergleichsweise leicht zu bespielen ist).

So ist das nun mal, Forschung ist zu 90% Frustration – aber die restlichen 10% sind es wirklich wert.
Bis zum zweiten Spiel, diesmal gegen MRL aus dem Iran, haben wir versucht das Problem sowohl in der Software zu lösen, als auch unsere Schultern weniger Reflektionen erzeugen zu lassen.
Im diesem Spiel haben wir den Ball dann auch häufiger erkannt und haben es geschafft hinzulaufen und zu schießen. Für ein Tor hat es leider auch hier nicht gereicht, aber wir arbeiten an einer Lösung. Ausgegangen ist es 0:0. Das erste Tor des Tages fiel dann beim Spiel der FUmanoids gegen die nun antretenden Amitis, dass die FUmanoids klar für sich entscheiden konnten. Auch Parand, ebenfalls aus dem Iran, erzielte ein Tor gegen MRL. Gegen die beiden siegreichen Teams des Tages werden wir morgen antreten.

Laufende Spielergebnisse

Hier die Ergebnisse aller Spiele in unserer Liga, wir werden laufend aktualisieren.
Das Plugin das wir zur Darstellung benutzen ist ein wenig kniffelig, alle Daten ohne Gewähr.

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Sicher gelandet

Die anderen Teams begutachten den Hambot
Heute ist der erste Setup Day, nicht nur für uns, auch für die Halle. Um uns herum wird gesägt, gestrichen und geschweisst. Für uns viel interessanter als die Einrichtung und die Blumendekoration: Wir haben Strom, fertig aufgebaute Felder und ein bisschen Internet. Es sind alle Koffer sicher angekommen und keiner der Roboter hat sich verletzt.

Hallenaufbau

Unser Aufbau ist soweit fertig und wir sind fleißig am Testen. Nicht zuletzt dank der sehr um uns bemühten Übersetzer verläuft bisher alles unproblematisch.

Auf in den Iran

Wiedereinmal haben wir es unsere Roboter durch die Sicherheitschecks geschafft. Natürlich gab es wieder viele Fragen von anderen Passagieren und den Mitarbeitern. Aber wir waren trotzdem schneller durch als die Familie vor uns, die diverse Spielzeugpistolen im Handgepäck hatte.

Iran15Nun nutzen wir noch die letzte Spur von deutschen Internet und schauen uns schon mal unseren Flieger an. Wir vermuten, dass es nicht nur das gleiche, sondern auch das selbe Flugzeug ist.

Neues gibt es dann erst wieder von uns, wenn wir dort einen Internetzugang finden.

Hambot

Wer aufmerksam unsere Artikel gelesen hat weiß schon, dass wir wiedermal einen neuen Roboter gebaut haben. Er heißt Hambot und ist sozusagen die zweite Version von GOAL, welchen wir letztes Jahr mit nach Brasilien genommen hatten.

GOAL hatte leider Probleme beim Aufstehen, weil das Verhältnis von Motorstärke zu Gewicht zu schlecht war. Aber wir haben letztes Jahr während der Entwicklung viel über CAD und Mechanik in der Robotik gelernt. Deshalb wollten wir diese Saison diese Idee in einer neuen Version fortführen und das haben wir auch getan.

Die größte Änderung, die auch optisch direkt Hambot CADauffällt ist, dass wir Hambot fast vollständig im 3D Druckverfahren hergestellt haben. Dies hat für uns enorme Vorteile, da wir unsere Teile direkt im Raum neben unserem Labor herstellen können. Dieses sogenannte „Rapid Prototyping“ ermöglicht es von einem Bauteil an einem Tag mehrere Versionen herzustellen. Bei den Metallteilen mussten wir jedes Mal Tage bis Wochen warten bis wir das Teil in der Hand hatten. Außerdem ist das Plastik leichter als Aluminium und günstiger. Aber der größte Vorteil ist eindeutig, dass wir damit wesentlich mehr Designmöglichkeiten haben. Während wir bei den Aluminiumstücken nur Teile mit 90° Winkeln produzieren konnten, gibt es beim 3D Druck so gut wie keine Beschränkungen. Dies ermöglicht auch wesentlich menschlichähnlichere Formen.

Aber wir haben noch eine Menge mehr geändert. Es gibt wesentlich verbesserte Interaktionsmöglichkeiten mit dem Roboter durch beleuchtete Buttons und einen LCD Touchdisplay auf dem Rücken. Wir haben auch eine ringförmige Anzeige mit RGB-LEDs eingebaut und einen extra-Chip zur Sprachsynthese verbaut, damit wir besser als bei der bisherigen Softwarelösung verstehen, was unsere Roboter uns erzählen möchten.

HambotEtwas sehr neues für uns war die Entwicklung der Elektronik. Aber dazu in einem späteren Artikel mehr.

Zum Glück ist es uns letzte Woche noch gelungen die letzten Teile vom Hambot fertig zu drucken und die Elektronik provisorisch zu verkabeln, denn heute fliegt er in den Iran um zum ersten mal Wettbewerbsluft zu schnuppern. Wir sind gespannt!

Neben unserem neuen Roboter gibt es auch noch zu feiern, dass wir letzte Woche unser erstes Paper für das RoboCup Symposium eingereicht haben. Auch dazu später mehr.

Es ist also ein ereignisreicher Start in die neue Saison. Mehr zu dem Thema Saisonstart findet ihr auch beim
Substanzmagazin, welches uns mal wieder besucht hat um die Atmosphäre im Labor kurz vor einem Turnier einzufangen.

Sowohl Elektronik als auch Druckmodelle findet ihr auf unserer Github Seite, auf der wir auch in Zukunft weiterhin unsere Soft- und Hardware quelloffen (Open Source) veröffentlichen werden.